Sprache auswählen

OrgelPunkt12

OrgelPunkt12

Pfingstfest

Pfingstfest

Virtueller Rundgang

Virtueller Rundgang

Musikalischer (Un)Ruhestand an der Wittenberger Schlosskirche

Kirchenmusikdirektor Ulrich Hirtzbruch stammt aus Westfalen und begann seinen beruflichen Weg als Kantor und Kreiskantor im Münsterland. Zuletzt war er knapp zwanzig Jahre lang in Bielefeld und Herford in Leitungsstellen der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) in der Fachberatung und Lehre tätig.  Als Prorektor der Herforder Hochschule für Kirchenmusik sah er ebenso wie als Landeskirchenmusikdirektor der EKvW seine Aufgabe darin, „Räume zu schaffen, in denen Andere gut arbeiten und studieren können“.

Nach der Verabschiedung am Ende des Wintersemesters begann am 1. April 2024 der wohlverdiente Ruhestand – jetzt wollte er sich eigentlich vorrangig seinen Hobbys zuwenden. Fürs Erste stand das eigene Musikmachen – eine Leidenschaft, die er mit seiner Frau Annette teilt – wieder ganz oben auf der Prioritätenliste. Und dann war da noch sein langersehnter Traum, endlich mehr Zeit zum Segeln zu finden. Eigentlich! Um es mit Wilhelm Busch zu umschreiben: „Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!“ Denn am 27. Oktober 2024 wurde KMD Ulrich Hirtzbruch an der Wittenberger Schlosskirche feierlich als Schlosskirchenkantor eingeführt. Schuld daran ist wie immer eine Frau…

Annette Hirtzbruch stammt aus der Lutherstadt Wittenberg; die Wende hat es möglich gemacht, dass sich beide vor Jahren in Bad Gandersheim kennenlernten. Ulrich Hirtzbruch erinnert sich: „Mit der Schlosskirche verbinde ich die schöne Erinnerung an unsere Trauung durch das Ehepaar Kasparick und die Musik der Eheleute Herzer, mit dem Katharinensaal die Erinnerung an die anschließende Feier.“ Seitdem gab es öfters „musikalische Kontakte“ und Engagements: 2013 einen Gospelworkshop, 2016 ein Bläserkonzert, 2020 einen Wochenschlussgottesdienst mit Orgelmusik und im Sommer 2024 Gottesdienste sowie die Konzertreihe „OrgelPunkt12“.

Am Rande dieser Urlaubsvertretung gab es  Gespräche mit dem Kantorenehepaar Sarah und Thomas Herzer sowie mit der Direktorin des Predigerseminars Birgit Neumann-Becker. Ulrich Hirtzbruch: „Aus der ursprünglichen Anfrage, ob ich im Zuge der Vakanz für sechs Wochen die Schola Cantorum Adam Rener auf das Carl-Stein-Oratorium ‚Die Geburt Jesu‘ vorbereiten könne, wurde schrittweise die Frage nach der Überbrückung der nächsten anderthalb Jahre mit den Arbeitsbereichen Schola und Gospelchor, ergänzt durch einzelne Gottesdienste und Konzerte.“

Somit konnte nach dem Abschied von Thomas Herzer ein Teil der kirchenmusikalischen Aufgaben an der Schlosskirche nahtlos in neue Hände übergeben werden, bevor Ende April 2025 auch Sarah Herzer die Schlosskirche und das Predigerseminar verlassen wird und ihre Aufgaben von einer weiteren Person übernommen werden. Neben der Leitung der Schola Cantorum Adam Rener und des seit Jahren hier etablierten Gospelchores steht natürlich die Orgelmusik an erster Stelle seines neuen Wirkens – und damit auch die Orgel.

ulrich hirtzbruch foto andreas bechert2025 webUlrich Hirtzbruch ist vom Instrument begeistert und sagt: „Die 1863 durch Friedrich Ladegast erbaute Orgel ist ein großartiges Instrument und verdient fünf Sterne! Es ist ein Geschenk, an diesem frühromantischen Instrument, das ganz in der Tradition Gottfried Silbermanns steht, damit eine besondere Eignung für die Musik Bachs aufweist und gleichzeitig klanglich das Tor weit in Richtung Romantik öffnet, musizieren zu dürfen.“ Und weiter: „Die Einzelstimmen haben ein einzigartiges Kolorit, und die Möglichkeiten der klanglichen Abmischung sind unendlich. Durch den Verzicht auf elektrische Spielhilfen erzieht das Instrument zu einer ökonomischen Registrierungspraxis.“ Dass er diese beherrscht, davon konnten sich die Mitglieder der Schlosskirchengemeinde und die unzähligen Besucher sowie Touristen schon des Öfteren überzeugen.

Die Aufführung des Carl-Stein-Oratoriums „Die Geburt Jesu“ – gemeinsam mit Schola Cantorum Adam Rener, Wittenberger Kantorei und dem Kollegen Christoph Hagemann – setzte einen ersten Akzent. Vor ausverkauftem Haus fand das Silvesterkonzert „Besinnliches und Heiteres vom Barock bis zur Gegenwart“ statt – zusammen mit Frank Liebscher am Saxophon und Lesungen durch Birgit Neumann-Becker. Das Gottesdienst- und Konzertprogramm für 2025 ist in der Planung und verspricht viele musikalische Highlights.

Und was wird nun mit den hochgelobten und lang ersehnten Hobbys im Ruhestand? Ulrich Hirtzbruch: „Die Realisierung des Geplanten ist jetzt etwas eingeschränkt, aber auch neben meiner Teilzeitanstellung in Wittenberg möglich. Und natürlich soll es auch weiterhin Zeit für die sieben Enkelkinder geben. Ich bin dankbar, dass sich meine Frau Annette – als leidenschaftliche Chorsängerin – über meine neue Aufgabe freut und dass ich dabei und dafür ihre volle Unterstützung habe.“ 

Text & Foto: Andreas Bechert

Events

21 Mai 2026;
12:00 -
OrgelPunkt12
22 Mai 2026;
12:00 -
Andacht in englischer Sprache
23 Mai 2026;
17:00 -
Gottesdienst in englischer Sprache
24 Mai 2026;
10:00 -
Gottesdienst

"Eine feste Burg ist unser Gott"

link you tube 261025

Das Posaunenwerk Anhalt unter Leitung von Steffen Schulz gab im Innenhof des Schlosses am Sonntag, 26.10., ein kleines Bläserkonzert. Zu hören ist hier der Choral "Eine feste Burg ist unser Gott" → Link zum YouTube-Kanal der Schlosskirche

Newsletter zu den Veranstaltungen von Schlosskirche und Predigerseminar

newsletter icon 37199

→ Link zur Anmeldung

Instagram

Instagram icon

Dies ist unser neuer Instagram-Kanal und hier wollen wir Sie informieren über aktuelle Ereignisse und einladen zu besonderen Gottesdiensten, zur wunderbaren Kirchenmusik, zu neuen Ausstellungen, Sonderführungen und interessanten Events. Klicken Sie einfach auf das Icon und folgen Sie uns auf dieser Social Media-Plattform.

 

Schlosskirchengeschichte(n)

Unter dem Motto: "Friedrichs Schloss durch die Zeiten – Wandel – Wirkung – Weitblick" werden zum Gedenken an Friedrich den Weisen Sonderführungen angeboten – durch Teile des Südturms und die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek. Foto: © Andreas Bechert

Aktuelle Beiträge

30 Jahre Welterbe

1996 wurde die Schlosskirche als ein fast vollständig erhaltenes Musterbeispiel für Denkmalpflege im 19. Jh. von der UNESCO auf die Welterbeliste gesetzt. 2012-2016 hat man sie mit Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt, der Bundesrepublik Deutschland, der Europäischen Union und privater Spender saniert und restauriert.